Ev.-luth. St. Johannis Gemeinde Uslar

Gemeindefahrt nach Halberstadt am 27.06.2019

Fri, 26 Jul 2019 06:12:52 +0000 von StJohannis Uslar

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Dom in Halberstadt
Mit Bangen sahen einige Teilnehmer unserem Reisetag, dem 27. Juni – wie immer ein Donnerstag – entgegen, denn das Wetter war in den Tagen vorher heiß und für das Reisen so gar nicht passend. Aber: auch in diesem Jahr waren die Temperaturen bei unserer Fahrt sehr angenehm  und deutlich kühler als an den Tagen vorher. Die Sonne schien von morgens bis abends. Alle Gäste konnten die Reise vom Anfang bis zum Ende genießen.

Vor dem Start versammelten wir uns  in der St.-Johanniskirche zum Reisesegen, den Vikar Martin Wagner erteilte. Danach ging es ohne Wartezeit los – ja, wieder einmal waren alle Gäste vollständig und pünktlich im Bus, und das will ich zum wiederholten Male besonders hervorheben – nicht immer ist es bei anderen Veranstaltungen so. Jedenfalls habe ich in den vielen Jahren nie erlebt, dass bei unseren Gemeindefahrten in Bezug auf die Buszeiten  ein „akademisches Viertel “ in Anspruch genommen wurde. Allen Teilnehmern gebührt dafür ein besonderer Dank!

Unser Ziel war dieses Jahr Halberstadt und die Besichtigung von Dom und Domschatz. Halberstadt liegt im östlichen Harzvorland. Sie  ist Kreisstadt des Harzkreises. Viele prachtvolle Kirchen erinnern noch heute an den Reichtum und die Bedeutung der Stadt. Mit der Gründung des Bistums Halberstadt war die Stadt mehr als 800 Jahre lang Bischofssitz.

Dom und  Domschatz sind sichtbare Zeugen  und Zentrum der mittelalterlichen Baukunst und Kultur, auch heute noch weit über die Grenzen Deutschlands bekannt und besucht.

Zunächst steuerte unser Bus aber erst einmal die Autobahn an. Wir kamen  - O Wunder! – ohne jeden Stau pünktlich zum geplanten Zeitpunkt in Halberstadt an. Der Bus konnte direkt neben dem Dom parken, so dass wir nur einige Stufen zum Domeingang gehen mussten. Hier erwarteten uns die Gästeführerinnen. Wegen der großen Zahl teilten wir uns in zwei Gruppen auf.

Der gotische Dom wurde von 1236 bis 1486 gebaut. Die Fülle von Bildern, Statuen und  mittelalterlichen Glasmalereien darin ist überwältigend. Auch die architektonische Leistung  lässt einen staunen. Alle Planungen und Berechnungen für diesen Monumentalbau sind wohlgemerkt ohne die Hilfe von Computer ausgeführt worden – heute undenkbar.

Der zweite Teil der Führung galt dem „Schatz für die Ewigkeit“, dem Domschatz. Er gilt als der größte mittelalterliche Kirchenschatz der Welt, der sich am Ort seines Gebrauchs erhalten hat. Das ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass  der erste protestantische Bischof in Halberstadt die verbliebenen Herren des (katholischen) Domkapitels in ihrem Amt beließ – ein bemerkenswertes Zeichen der Ökumene in Zeiten des totalen Umbruchs!

Der Domschatz besteht aus einer Fülle von liturgischen Gewändern, Jahrhunderte alten Bronze- und Goldschmiedearbeiten, Skulpturen, Altarbildern und sehr alten, weltberühmten Wandteppichen. Das Zentrum der Ausstellung ist die „Schatzkammer“ mit Stücken, die bis ins 5. Jahrhundert zurückgehen.

Leider war – wie fast immer – die Zeit zu kurz, um sich eingehend mit allen Stücken zu beschäftigen. Aber das Mittagessen „lockte“ ja auch, und so fanden wir uns nahe am Dom in dem Lokal ein, wo für uns die Mittagstische schon gedeckt waren. Dank der Vorbestellung brauchten wir auch nicht lange auf das Essen zu warten. Ich denke, dass es allen geschmeckt hat und alle satt geworden sind.

Unser nächstes Ziel war das Kloster Drübeck. Heute ist das ehemalige Kloster der Benediktinerinnen ein geistliches Zentrum und eine Tagungsstätte der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland mit verschiedenen kirchlichen Einrichtungen. Dazu gehört das ehemalige Gärtnerhaus mit dem weithin bekannten Café. Dort ließen wir es uns bei Kaffee und Kuchen gutgehen. Danach gab es noch viel freie Zeit, um die Kloster-Einrichtungen, Parks, Gärten und vor allem die Klosterkirche anzusehen – ein Hort der Stille und Erholung!

Leider kam dann der Zeitpunkt für die Abfahrt für viele zu schnell – das Kirschenpflücken musste abgebrochen werden -, aber auch die Ankunftszeit zu Hause war ja festgelegt, und so kamen wir nach einem erlebnisreichen  Tag auch pünktlich wieder zu Hause an.

Ich hoffe, dass  alle Teilnehmer zufrieden waren und sie sich gern an diesen Tag erinnern.

Ihr Hans Preidel